SBB plant Einführung RFID-Abo per 2015, SwissPass


Wie aus dem 21. Tätigkeitbericht 2013/14 zu entnehmen ist wird die SBB eine RFID Karte per 2015 Einführen. Wonach nun Datenschutz-Rechtliche Aspekte geprüft und vom EDÖB gemäss Übereinkunft überwacht werden.

Aus  dem Bericht: „Der Chip selbst wird eine Referierungsnummer, jedoch weder Vor- noch Nachnamen enthalten. Diese Daten werden vor allem Kontrollzwecken dienen.

Der VöV und die SBB haben uns zugesichert, uns über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Wir werden die weiteren Schritte verfolgen und laufend zu datenschutzrechtlichen Aspekten Stellung nehmen.“

Der Mediensprecher gab der Netzwoche gegenüber, gemäss Beitrag vom 22.02.2013, Details bekannt.

 

Zuerst GA und Halbtax

In einem ersten Schritt werden Besitzer des Generalabonnements (GA) und des Halbtax-Abos von der neuen Karte profitieren, sagt Baumann. GA- und Halbtax-Besitzer werden also in Zukunft statt des bisherigen Ausweises eine Karte mit einem RFID-Chip erhalten. Das GA oder das Halbtax-Abo, wie wir es heute kennen, wird es in Zukunft also nicht mehr geben, wie Baumann bestätigt. Die Karte stehe aber auch anderen Verkehrsverbünden wie Bernmobil oder dem Zürcher Verkehrsverbund offen. Sie müssten einfach ihr Interesse bekunden und mitmachen.

Neben Fahrausweisen plant der VÖV, auf der elektronischen Karte zusätzliche Angebote zur Verfügung zu stellen. Denkbar wären Velo- und Automiete oder Gastro-Angebote der Speisewagen und Minibars. Ziel sei es, möglichst viele Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden im Bereich der Mobilität abdecken zu können und damit die Angebote des öffentlichen Verkehrs auch in Zukunft möglichst einfach und übersichtlich anzubieten, so der Verband.

Angebot verbessern

Zudem will der VÖV innerhalb der Branche eine breit angelegte Anhörung zu neuen, besser auf die Bedürfnisse der Reisenden zugeschnittenen Fahrausweisen starten. So könnten zum Beispiel neue Angebote als Alternative zum bestehenden GA oder Halbtax-Abo lanciert werden. Die Anhörung soll Ende Mai 2013 abgeschlossen sein.

 

Update: 14.01.2015

Wie jetzt bekannt ist wird das Produkt SwissPass genannt und sieht so aus:

SwissPass

Die neue öV-Karte wird in der zweiten Jahreshälfte 2015 eingeführt und es wird versprochen das keine Bewegungsprofile erstellt und weder Personendaten noch Leistungen gespeichert werden.

Bisherige Partner sind Ski Orte, PubliBike und SchweizMobil. In naher Zukunft wird wohl auch Mobility Carsharing integriert.

Update: 10.03.2015

Wie Jeannine Pilloud von den SBB heute gegenüber dem TA erklärte, wird der Swisspass definitiv kein Technik Highlight, der Datenschutzbeauftragte Herr Thür vom EDÖB hat seinerseits sein Segen zum Swisspass erteilt.

Wer ab dem 1. August ein GA oder Halbtax erwirbt oder erneuert kommt automatisch in den Genuss der neuen mit RFID ausgestatteten Karte. Diese Abos könne verlängert werden oder bei Bedarf gesperrt. Technisch möglich ist das Speichern von weiteren Abos oder Tickets und es bestehen auch schon einige Partnerschaften.

Das Scannen des RFID Chip wird jedoch keine Zeitersparnis bringen, sondern im Gegenteil die Ticket Kontrolle beim GA verlängern, muss doch die Karte dem Kontrolleur ausgehändigt werden.

Generell kann bei diesem Produkt (noch) nicht von einer integrierten e-Ticketing Lösung gesprochen werden. Was auch Datenschutz-Rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Update: 29.02.2016

Auf Anregung des Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb) ad interim, Jean-Philippe Walter, hat die SBB nun die Speicherung der Kontrolldaten eingestellt, TA vom 29.02.2016.

Nach geltenden Grundsätzen der IT Sicherheit und des Datenschutzes, wird dadurch die Funktionalität für den Benutzer nicht eingeschränkt. Das die Herausgeber des SwissPass die Kontrolldaten, Metadaten, usw. zum erstellen von Persönlichkeitsprofilen oder Bewegungsprofilen verwenden ist auch nicht erwünscht.

Update: 05.04.2016

SBB will nun das sammeln von Benutzerdaten per Gesetz möglich machen (NZZ). Sie argumentiert das für die Weiterentwicklung des Swisspass das erfassen der Daten nötig sei und zwar rasch. Man will das Yield Management konsequenter umsetzen. Für den Nutzer könnte dies zum Beispiel durch Vielfahrer-Rabatte Vorteile bringen. Die Preise sollen abhängig von zusätzlichen Leistungen wie Schnellzug oder viel gefragten Verbindungen erhöht oder gesenkt werden. Seit drei Jahren bestehen die rechtlichen Grundlagen dafür. Mit der Umsetzung des Ertragsmanagements sollen Nachfrage- und Auslastungsspitzen ausgeglichen werden.